PM “Lernbrücken – Ein planloses Kartenhaus oder eine echte Chance?”

Pressemitteilung der Interessengemeinschaft Gesamtelternbeiräte Baden-Württemberg, 14. Juli 2020

Lernbrücken – Ein planloses Kartenhaus oder eine echte Chance?

Zu Beginn der Pandemie hat die Kultusministerin uns Familien die Sommerschule versprochen, um Kinder, die in der Coronazeit abgehängt wurden, zu unterstützen. Anfang Juli 2020 wurden die Schulen vom Kultusministerium zur Organisation und Durchführung des Lern- und Förderprogramms „Lernbrücken“ informiert. Doch leider sind diese Informationen immer noch nicht flächendeckend bei den Eltern im Land angekommen!

Nun läuft die Zeit davon: Die Schulen müssen die Anzahl der Schüler*innen für diese Kurse bis kommenden Montag, 20.07.20, an die Regierungspräsidien gemeldet haben. Da viele Eltern keine Empfehlungen erhalten haben, können sie sich auch nicht entsprechend äußern.

Durch die späte Ausformulierung der Bedingungen für die „Lernbrücken“ bis kurz vor Beginn der Sommerferien ist es vielen Familien gar nicht mehr möglich, sich entsprechend zu organisieren. Hier ist eine große Chance auf Unterstützung vertan worden. Dieses Vorgehen wirkt auf uns wenig abgestimmt und planlos!

Das Kultusministerium schreibt vor, dass für die Lernbrücken nur Lehrkräfte aus dem Bestand, sowie Lehramtsanwärter mit Vertrag, jeweils auf freiwilliger Basis herangezogen werden dürfen. Das wird nicht ausreichen. Referendare dürfen nicht an Lernbrücken teilnehmen. Außerdem haben sich die Examenskandidaten der „Option Durchschnittsexamen“ als Vertretungslehrkräfte angeboten und wären sofort bereit, zu unterrichten. Hier müssen Wissenschafts- und Kultusministerium dringend eine Regelung finden.

Wir, die Interessengemeinschaft Gesamtelternbeiräte Baden-Württemberg, erwarten, dass Schüler*innen mit Förderbedarf nicht verloren gehen dürfen. Corona darf nicht zum schulischen Nachteil werden! Wir fordern daher eine umgehende, flächendeckende Information der Eltern und eine Fristverlängerung für die Rückmeldungen an die Regierungspräsidien, sowie die Erweiterung des Kreises des Lehrpersonals um Referendare und Examenskandidaten des Sommersemesters 2020!

#BildungMitPlan

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2 Gedanken zu „PM “Lernbrücken – Ein planloses Kartenhaus oder eine echte Chance?”“

  1. Wir haben als Eltern das Schreiben von der Schule am 14. Juli erhalten. Datiert ist das Schreiben mit 9. Juli. Abgabe ist 15. Juli.
    Das Schreiben hat uns sehr verunsichert.
    Für uns sieht die Lernbrücke nach wildem Aktionismus aus. Es stellt sich die Frage wer davon einen Nutzen hat. Vielleicht ein/e Politiker/in oder gar ein/e Minister/in?
    In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass der Unterricht an einer anderen Schule jahrgangsübergreifend, schuljahrübergreifend und schulartübergreifend stattfinden kann.
    Des Weiteren heißt es: “Einzelbetreuung ist nicht möglich”, “selbständiges Lernen” “Möglichkeit der freiwilligen Wiederholung berücksichtigen”.
    Wir kennen keinen einzigen Lehrer, der bereit ist für die Lernbrücke zu unterrichten.
    Hinzu kommen die negativen Erfahrungen mit der Schule in den letzten Wochen.
    Daher haben wir unser Kind nicht angemeldet.
    Wir hoffen die Lücken selber schließen zu können. Zum Glück ist unser Kind motiviert und willig.

    Peter S.

    1. Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen und Überlegungen hier teilen. Leider können viele Eltern die Aufarbeitung der Lücken ihrer Kinder aus verschiedensten Gründen nicht selbst leisten. Deswegen wäre es aus meiner Sicht wichtig, im neuen Schuljahr Nachhilfeprogramme zu etablieren. Möglichst gleich von Anbeginn. Wie und ob die “Lernbrücken” greifen und wie erfolgreich diese Maßnahme ist, wird sich zeigen. Ich bin diesbezüglich sehr skeptisch.

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